4/2025
„Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.“
Wilhelm von Humboldt
9. Fachkonferenz für Fachmanager Explosionsschutz und Interessierte
Die 9. Fachkonferenz für Fachmanager Explosionsschutz und Interessierte findet am 17.06.2026 (Abendveranstaltung) und 18.06.2026 traditionell in unserem Partnerhotel Villa Medici in Bad Schönborn statt.
Als Gastredner freuen wir uns über Herrn Dr. Joachim Sommer von der BG RCI. Er wird am Vorabend einen Impulsvortrag zum Thema „Zehn Explosionen – fünf Ursachen – eine Maßnahme?“ halten.
An der Hauptveranstaltung vorgestellt und diskutiert werden beispielsweise folgende Themen:
- Explosionsschutz aus Sicht eines Anlagenplaners
- Explosionsschutzkonzept einer Sandstrahlanlage
- Forschung/Entwicklung eines neuen Löschmittels zur Bekämpfung von Wasserstoffbränden
- ATEX-Betrachtung – Bewertung der Ex-Einrichtung nach TRGS 725
- Gefährdungsbeurteilung und Explosionsschutzdokument
- Einfache Ex-Anlagen nach TRBS 1201 Teil 1
- Thermische Explosionen – Erkennen und Beherrschen
Ausbildung zum Fachmanager Explosionsschutz – Kurs 17 (online) wurde erfolgreich abgeschlossen
Wir gratulieren allen Teilnehmern zur positiv abgeschlossenen Prüfung am 14.11.2025 und wünschen viel Erfolg bei der Anfertigung der Abschlussarbeiten und bei ihren zukünftigen verstärkten Tätigkeiten auf dem Gebiet des Explosionsschutzes!

Neue Seminare zum Explosionsschutz und neue Termine für die Ausbildung zum Fachmanager Explosionsschutz
Seit Jahren bietet unser Unternehmen sehr erfolgreich eine hochkarätige modulare Seminarreihe in unserem Partnerhotel Villa Medici in Bad Schönborn, als Online-Veranstaltung oder direkt in Ihrem Unternehmen an.
Weiterhin bieten wir seit fast 10 Jahren eine modularen Ausbildungsreihe zum „Fachmanager Explosionsschutz“ – eine Qualifizierung auf höchstem Niveau an. Die Ausbildung können Sie entweder als Präsenz-Seminar, in unserem Partnerhotel Villa Medici in Bad Schönborn, als Online-Seminar oder als betriebsbezogenes Seminar in ihrem Unternehmen buchen.
Die aktuellen Termine finden Sie hier:

Für die modularen Online-Seminare sind im Januar, Februar und März noch einige Plätze frei.
Ausbildung: Weitere Informationen und zur Anmeldung
Seminare: Weitere Informationen und zur Anmeldung
72. Lieferung des Kompendiums Explosionsschutz Stand 10/2025
Mit dieser Lieferung erhalten sie:
Die deutsche Sprachfassung der ATEX-Leitlinien (5. Ausgabe, April 2024),die nunmehr vorliegt. Diese Leitlinien sind nicht nur zur Anwendung durch die zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten vorgesehen, sondern auch für die wichtigsten betroffenen Wirtschaftsteilnehmer wie beispielsweise Hersteller, deren Fachverbände, Normungsgremien und Stellen, die mit Konformitätsbewertungsverfahren beauftragt sind. Sie umfasst aktuell 239 Seiten, so dass sie mit dieser Lieferung abschließend das letzte Drittel erhalten. Die komplette Neufassung liegt ihnen bereits elektronisch vor.
Am 23. Februar 2024 wurde die TRBS 1112 Teil 1 „Explosionsgefährdungen bei und durch Instandhaltungsarbeiten – Beurteilung und Schutzmaßnahmen“ im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Aktualisierung von Verweisen auf andere relevante Vorschriften und die Präzisierung von Anforderungen im Zusammenhang mit der Arbeitsfreigabe.
Die Explosionsschutz-Regeln (EX-RL – DGUV Regel 113-001) sind Regeln für das Vermeiden der Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre mit Beispielsammlung zur Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen. Sie werden vom Sachgebiet »Explosionsschutz« im Fachbereich »Rohstoffe und chemische Industrie« bearbeitet und von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) herausgegeben. Die neueste Fassung ist vom November 2025. Mit der 32.Lieferung wurde in der Beispielsammlung der Punkt 1.2.3.2 “Flüssiggasanlagen zu Brennzwecken in Fahrzeugen mit Gasversorgung aus festinstallierten Tanks mit einem Fassungsvermögen bis zu je 200 Liter” neu aufgenommen sowie der Punkt 4.5 und Punkt 5 aktualisiert.
Weiterhin erhalten sie aktualisierte und neue Fragen zu aktuellen Themen des Explosionsschutzes: zum Blitzschutz, der EX-RL Beispielsammlung, aktualisierte Übersicht der IVSS-Broschüren, Oberflächentemperatur bei Keilriemen, Aktualisierungen zur T 055 „Gaswarneinrichtungen und -geräte für den Explosionsschutz – Antworten auf häufig gestellte Fragen“ und zur Notwendigkeit des Nachweises der Eigensicherheit.
Überarbeitung der TRBS 1112 Teil1
Die Änderungen der TRBS 1112 Teil 1 „Explosionsgefährdungen bei und durch Instandhaltungsarbeiten – Beurteilungen und Schutzmaßnahmen“ vom März 2010 datieren vom 06. Februar 2024. Dabei handelt es sich lediglich um formale Änderungen wie Aktualisierungen und Korrekturen der Bezüge zu anderen Rechtsvorschriften.
Aktualisierte DGUV Regel 113-001 Explosionsschutz-Regeln
In der DGUV Regel 113-001 Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) wurde in der Beispielsammlung der Punkt 1.2.3.2 “Flüssiggasanlagen zu Brennzwecken in Fahrzeugen mit Gasversorgung aus festinstallierten Tanks mit einem Fassungsvermögen bis zu je 200 Liter” neu aufgenommen sowie der Punkt 4.5 und Punkt 5 aktualisiert.
Link zur aktuellen Ausgabe (BG RCI EXINFO)
Neues Forschungsvorhaben „Einfluss von Rohrbögen und -krümmern auf die Flammenfrontgeschwindigkeit und Druckentwicklung in Rohrleitungen“
Staubexplosionen können sich vom Entstehungsort in verbundene Anlagenbereiche ausbreiten und schwere Sekundärexplosionen auslösen. Typische Übertragungswege sind Rohrleitungen pneumatischer Förder- und Entstaubungsanlagen. Auf Grundlage der Projektergebnisse sollen Aussagen über den funktionssicheren Einbau von Explosions-Entkopplungssystemen unter räumlich beengten Verhältnissen erleichtert werden.
Die Kenntnis der Flammengeschwindigkeit und Druckentwicklung besitzt in diesem Zusammenhang hohe praktische Relevanz für den funktionssicheren Einbau sogenannter Explosions-Entkopplungssysteme, wie zum Beispiel Schnellschlussschieber, Explosionsschutzventile oder Löschmittelsperren. Diese Schutzeinrichtungen werden in den potenziellen Übertragungswegen eingebaut, um gefährliche Explosionsübertragungen zu vermeiden. Sie müssen die Rohrleitung sehr rasch verschließen oder Löschmittel einbringen, bevor die Explosionsflamme durchgelaufen ist. Dies geschieht im Allgemeinen in einem Zeitbereich von ca. 10 ms bis 50 ms. In Abhängigkeit der Eigenzeit des Schutzsystems muss daher ein Mindest-Einbauabstand eingehalten werden. Um dies zu ermöglichen, kommen aufgrund der zum Teil beengten Bedingungen in Anlagen häufig Rohrbögen oder -krümmer zum Einsatz.
Bis heute existieren jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Einfluss von Rohrbögen und -krümmern auf die Flammenfrontgeschwindigkeit und die Druckentwicklung von Staubexplosionen. Um diese sicherheitsrelevante Wissenslücke zu schließen, werden in einer experimentellen Untersuchung im Großmaßstab die Flammensignale und Druckverläufe in einer offenen Rohrleitung in verschiedenen Versuchskonstellationen gesammelt und ausgewertet.
Mit zwei gewählten Rohrdurchmessern und zwei unterschiedlichen, organischen Stäuben werden an einem 5 m³-Behälter die Referenzversuche mit gerader Rohrleitung und Versuche mit bis zu zwei in der Rohrleitung integrierten Bögen durchgeführt. Die Position der Bögen innerhalb der Rohrleitung wird variiert, sodass sie beispielsweise bei einer Versuchsreihe direkt an den Behälter angeschlossen werden und in einer folgenden Reihe den Bögen zunächst ein gerades Rohrstück vorgeschaltet ist.
Erste Ergebnisse einer Versuchsreihe mit einem Bogen direkt am Behälter weisen darauf hin, dass der Bogen die Druckverläufe über die Länge kaum beeinflusst. Die Flammensignale direkt hinter dem Rohrbogen lassen auf eine geringfügige Beschleunigung der gemittelten Flammengeschwindigkeit gegenüber der mit gerader Rohrleitung schließen. Gegen Rohrende gleichen sie sich an. In der in der zweiten Jahreshälfte anstehenden Forschungsphase werden die geplanten Versuchsreihen fortgeführt.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind für Betreiber, Anlagenbauer, Hersteller, Sicherheitsfachkräfte sowie Prüf- und Zertifizierungsstellen von großem Interesse und hoher Bedeutung für den funktionssicheren Einbau von Explosions-Entkopplungssystemen unter räumlich beengten Verhältnissen. Ferner wird die wichtige Datenbasis für die Modellierung und computergestützte Simulation der Explosionsabläufe in Rohrleitungen erweitert.
Der gesamte Forschungsbericht ist auf der Webseite der FSA (Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin) nachzulesen.
DGUV Information 213-057; T 023 Gaswarneinrichtungen und -geräte für den Explosionsschutz Einsatz und Betrieb
Die DGUV Information 213-057; T 023 Gaswarneinrichtungen und -geräte für den Explosionsschutz Einsatz und Betrieb der BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie datiert vom Oktober 2023. Diese DGUV Information gibt Anleitungen für die Auslegung, Erstinbetriebnahme, Einsatz, Wartung, Kontrollen und Instandsetzung von elektrisch betriebenen Geräten der Gruppe II (geeignet für explosionsgefährdete Bereiche mit Ausnahme schlagwettergefährdeter Bergwerke), die vorgesehen sind für den Einsatz in industriellen und gewerblichen Sicherheitsanwendungen zur Detektion und Messung von brennbaren Gasen und Dämpfen oder Sauerstoff. Diese Schrift ist eine Zusammenstellung praktischer Erfahrungen, die dem Anwender oder der Anwenderin als Hilfestellung dienen sollen.
DGUV Information 213-056; T 021 Gaswarneinrichtungen und -geräte für toxische Gase/Dämpfe und Sauerstoff Einsatz
Die DGUV Information 213-056; T 021 Gaswarneinrichtungen und -geräte für toxische Gase/Dämpfe und Sauerstoff Einsatz und Betrieb BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie datiert vom Oktober 2023. Diese DGUV Information behandelt die Auslegung, Erstinbetriebnahme, Einsatz, Wartung und Instandsetzung von elektrisch betriebenen Geräten, die zur Detektion und Messung toxischer Gase und Dämpfe sowie von Sauerstoff in der Luft am Arbeitsplatz eingesetzt werden. Diese Schrift ist eine Zusammenstellung praktischer Erfahrungen, die dem Anwender oder der Anwenderin als Hilfestellung dienen sollen.
Neue IVSS-Broschüre „Explosionssicherheit von Schüttgutanlagen: Modul Verpackung“ veröffentlicht
Komplexe Systeme und Anlagen erfordern eine geeignete Risikobeurteilung für jedes einzelne Explosionsrisiko. Deswegen wurde für die Beurteilung der Explosionssicherheit von Schüttgutanlagen eine modulare Struktur entwickelt, die es ermöglicht, die Anlage hinsichtlich des Explosionsrisikos in kleinere Einheiten, sogenannte „Module“, aufzuteilen. Neu ist das Modul „Verpackung“.
Das Gesamtkonzept besteht aus den Modulen “Explosionsverhalten”, “Rohstoffannahme”, “Lagerung”, “Verarbeitung” und “Verpackung”.
Im neuen Modul “Verpackung” werden Verpackungen für Schüttgüter hinsichtlich der Zündquelle “Entladungen statischer Elektrizität” bewertet. Dabei wird zwischen den möglichen Entladungsarten, die vom Schüttgut ausgehen können und denen, die vom Packmittel ausgehen können, differenziert.
Die Eignung einer Vielzahl von Packmitteln wird abhängig von deren Art (z. B. isolierende Kunststoffsäcke, ableitfähige Kunststoffsäcke, Papiersäcke, Fässer), von deren Volumen und vom spezifischen Widerstand des Schüttgutes bewertet und notwendige Maßnahmen für die sichere Anwendung aufgezeigt.
Des Weiteren wird sowohl zwischen lösemittelfeuchten und lösemittelfreien Schüttgütern unterschieden als auch die Möglichkeit des Vorhandenseins brennbarer Gase, Dämpfe und hybrider Gemische in Betracht gezogen.
Die sich daraus ergebende Vielzahl möglicher Kombinationen wird in Tabellenform dargestellt und die jeweilige Eignung in Form einer farblichen Codierung veranschaulicht.
Das Gesamtkonzept besteht aus den Modulen “Explosionsverhalten”, “Rohstoffannahme”, “Lagerung”, “Verarbeitung” und “Verpackung”.
Die Module “Rohstoffannahme” und “Lagerung” wurden bereits veröffentlicht.
Alle bisher veröffentlichten Module können heruntergeladen werden unter: https://www.fsa.de/produkte/veroeffentlichungen/ivss-broschueren/ oder über die Webseite der IVSS Sektion Maschinen- und Systemsicherheit: http://www.safe-machines-at-work.org/explosion-protection
Interessante IVSS-Broschüre „Digitalisierung von explosionsgefährdeten technischen Systemen“
Gegenstand der Broschüre ist Digitalisierung von explosionsgefährdeten technischen Systemen am Beispiel der Einlagerung und Bearbeitung von Schüttgütern (z.B. Getreide) mit Bewertung des Staubexplosionsrisikos komplexer Systeme. Durch die digitale Transformation in Richtung Industrie 4.0 entwickeln sich neue, auch komplexe Cyber-Physische Produktionssysteme (CPS/CPPS). CPS und CPPS eröffnen nicht nur neue Chancen, sondern sie sind auch verwundbarer und anfälliger in einer gewissen Abhängigkeit von der Komplexität. Ein Fehler oder Ausfall eines Elements kann ein ganzes System lahmlegen und auch Sicherheit und Gesundheit der beteiligten Personen beeinträchtigen. Der Einsatz komplexer Systeme erfordert eine geeignete Risikobeurteilung mit System- und Risikoanalyse für jedes einzelne Risiko: sowohl „klassisches Sicherheitsengineering“ als auch Behandlung von Risiken für IT-Sicherheit, insbesondere durch externe und interne Cyber-Attacken. Hersteller und Betreiber sind aktuell jeweils zur Risikobeurteilung verpflichtet.
Ein Ansatz ist für die Sektion Maschinen- und Systemsicherheit, Beispiele aufzubereiten und vorzustellen und so komplexe Inhalte quasi Schritt für Schritt zu erläutern. Ein solches Beispiel ist die Einlagerung und Bearbeitung von Schüttgütern (z.B. Getreide) mit Bewertung der Staub-Explosionsrisiken.
Alle bisher veröffentlichten Module können heruntergeladen werden unter: https://www.fsa.de/produkte/veroeffentlichungen/ivss-broschueren/ oder über die Webseite der IVSS Sektion Maschinen- und Systemsicherheit: http://www.safe-machines-at-work.org/explosion-protection
Merkblatt T 034 Gefährdungsbeurteilung im Labor
Das Merkblatt T 034 Gefährdungsbeurteilung im Labor wurde aktualisiert und erweitert Stand 12/2014. Der in diesem Merkblatt abgedruckte Gefährdungskatalog listet die in Laboratorien typischerweise möglichen Gefährdungen/Belastungen auf, nennt Schutzmaßnahmen und verweist auf Vorschriften, Technische Regeln und die Schrift „Sicheres Arbeiten in Laboratorien“ (DGUV-Information 213-850), die bei Bedarf heranzuziehen sind. Der Katalog soll die systematische Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz erleichtern. Er kann außerdem z. B. auch zur Erstellung von Betriebsanweisungen sowie für Unterweisungen herangezogen werden.
Dr. Berthold Dyrba
Dr. Patrick Dyrba
